Ein ungewöhnlicher Blickfang zieht derzeit die Aufmerksamkeit im Kirchhof auf sich: ein farbenfroher Automat, der nicht Süßigkeiten oder Getränke ausgibt, sondern Mut machende Worte aus der Bibel. Entwickelt und gebaut wurde der sogenannte „Konfi-Bibelspruch-Automat“ von zehn Konfirmandinnen und Konfirmanden im Rahmen ihrer anderthalbjährigen Konfirmandenzeit. Die Idee hinter dem Projekt ist ebenso einfach wie innovativ: Besucherinnen und Besucher können ihre aktuelle Befindlichkeit einstellen. Über verschiedene Regler oder Schalter lässt sich angeben, wie viel Angst, wie viele Sorgen oder wie viel Hoffnung man gerade verspürt. Auf dieser Grundlage wählt der Automat einen individuell passenden Bibelvers aus – einen Zuspruch, der Trost, Orientierung oder Ermutigung geben soll. Mehr als 100 solcher Bibelsprüche haben die Jugendlichen im Vorfeld ausgewählt und selbst eingesprochen. „Es sind aufmunternde, mutmachende Worte aus der Bibel“, erklärt die betreuende Pfarrerin Judith Haar-Geißlinger, die auch die ursprüngliche Idee zu dem Projekt hatte. Sie ist in der Gemeinde für die Konfirmandenarbeit zuständig und setzt bewusst auf kreative und lebensnahe Ansätze, um Jugendlichen den Zugang zu Glauben und Kirche zu erleichtern. Der Automat ist dabei nicht nur inhaltlich, sondern auch gestalterisch ein echtes Gemeinschaftswerk. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben ihn bunt bemalt, kreativ gestaltet und technisch zum Leben erweckt. Wer eine Münze in den Schlitz wirft, erlebt ein kleines Spektakel: Der Automat beginnt zu blinken und zu rumpeln, bevor schließlich aus einem Lautsprecher der ausgewählte Bibelspruch erklingt – eingesprochen von den Jugendlichen selbst. Für die Jugendlichen war das Projekt mehr als nur ein Bauvorhaben. Es war eine intensive Auseinandersetzung mit biblischen Texten und deren Bedeutung für das eigene Leben. Welche Worte trösten? Welche geben Kraft? Und welche passen zu unterschiedlichen Lebenssituationen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Arbeit – und prägen nun das Ergebnis.
