Vom 28. Dezember 2025 bis zum 1. Januar 2026 fand in Paris das 48. Europäische Jugendtreffen der Communität von Taizé statt. Die Communität von Taize ist ein Kloster im französischen Burgund, das den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Begegnung von jungen Menschen aus ganz Europa legt. Immer zur Jahreswende organisieren die Brüder der Communität ein Treffen von tausenden Jugendlichen in einer europäischen Großstadt. In diesem Jahr war die französche Hauptstadt Gastgeber für 15.000 junge Menschen. Hier am bayerischen Untermain hatte die Evangelische Kirchengemeinde Kleinheubach zur Fahrt eingeladen. Letztlich fanden sich hierüber nicht nur Kleinheubacher Jugendliche zusammen, sondern eine bunte Gruppe von neun Jugendlichen, Schülern, Studenten, Freunden und Austauschschülern nicht nur aus Kleinheubach, sondern aus ganz Deutschland, der Schweiz und den USA.
Das gesamte Projekt war für uns ein ganz schönes Abenteuer, da keiner von uns genau wusste, was uns konkret erwartete. Am Abend in Paris angekommen wurden wir erst einer Gemeinde und dann Gastfamilien zugeteilt. Am nächsten Morgen ging es dann schon mit dem Programm los, dass an allen Tagen ähnelte. Morgens, mittags und abends wurde in den Kirchen der Gemeinden oder in bekannten Kirchen wie Notre-Dame und Sacré-Coeur gebetet und gesungen. Zweimal wurde sogar eine Arena, in der alle 15 000 Teilnehmer Platz hatten, für das Gebet gebucht. Vormittags wurden wir in „sharing-groups“ aufgeteilt, in denen wir uns über die Bibel austauschten und andere Jugendliche aus ganz Europa kennenlernten. Mittags ging es immer mit der Metro in die Stadt zum Platz „champ de mars“, wo es dann mit direktem Blick auf den Eiffelturm, bei strahlend blauem Himmel und eisiger Kälte Mittagessen gab. Am Nachmittag hatte man dann entweder die Möglichkeit an Workshops teilzunehmen oder Paris zu entdecken.
Besonders beeindruckend an dem Jugendtreffen war die Weltoffenheit, mit der sich alle begegnet sind. Keiner wurde für sein Aussehen, sein Verhalten, seine Meinung oder seine Herkunft verurteilt. Man lernte sich zum Beispiel beim Essen kennen und bei der nächsten Begegnung war man sich schon nicht mehr fremd. Wenn sich jeder, unabhängig vom Glauben, eine Scheibe von dieser wohlwollenden Toleranz und Weltoffenheit abschneiden würde, wäre die Welt mit Sicherheit ein ganzes Stück besser.
